Sektion 1

Subjekt und Individuation

Diese Sektion versteht sich in mancher Hinsicht als Arbeit an den Grundlagen. Mit den viel beschworenen Werten der Aufklärung wird subjektive Freiheit gefordert, die sich in objektiv vernünftigen Verhältnissen spiegelt. Allerdings fehlt unserem Freiheitsbegriff, der auf einer kantischen Idee der Identität aller Subjekte der Vernunft aufbaut, ein kulturphilosophisches Verständnis vom Individuum und damit auch eine authentische Idee davon, was dessen Freiheit bedeuten würde.

So erhalten wir beispielsweise Strukturen von Normalität (z. B. Heteronormativität), die verschiedene Gruppen ausschließen und ihre Erfahrungen tabuisieren. Aufklärung als kulturphilosophische Interpretationsleistung würde nicht von einer ontologischen Gleichheit aller Subjekte ausgehen, sondern im Gegenteil von einer prinzipiellen Differenz der Erfahrung aller Individuen.